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Teekübelträger auf der Baustelle

Straßenbau war einer der Haupteinsatzorte für Gastarbeiter © HDG BW © Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Der kontinuierlich steigende Bedarf an Arbeitskräften aus dem sonnigen Süden setzte sich im März 1960 mit der Anwerbung spanischer und griechischer Arbeiter fort. Gastarbeiter aus der Türkei folgten ab 1961. Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Jugoslawien (1968) ergänzten den multikulturellen Zustrom nach Deutschland.

Von 1955 bis 1961 nahm die ausländische Bevölkerung dadurch jedoch zunächst nur um etwa 200.000 zu, geht aus einer Pressemeldung des Bundesministeriums des Inneren  hervor. Das Jahr der größten Zuwanderung war 1965 mit ca. 270.000 Menschen.

Ab dem Jahr 1961 kam es bei anhaltender Konjunktur und gleichzeitigem Ende des Arbeitskräftezustroms aus der DDR, der sich aus dem Bau der »Mauer« begründete, zunehmend zu Engpässen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung wurde durch gleichzeitige Verkürzung der Arbeitszeiten sowie durch ein Schrumpfen der deutschen Erwerbsbevölkerung noch verstärkt. So sank zwischen 1960 und 1972 die Zahl der einheimischen Erwerbstätigen um 2,3 Millionen.

Entstammten 1960 noch 1,3 Prozent aller Erwerbstätigen dem Ausland, verzeichnete man 1973 bereits 11,9 Prozent, d.h. die ausländische Bevölkerung wuchs von 79 697 (1955) auf 2.595.000 (1973). Insgesamt stieg die Erwerbstätigenzahl in diesem Zeitraum von 26,3 Millionen auf 27,7 Millionen. Die einheimische Erwerbsquote hingegen sank von 1961 bis 1970 von 47,6 auf 43,7 Prozent.