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Is’ wurscht, wo er herkummt, bringe muss er’s.

Betriebsratsvorsitzender Oswald im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung »40 Jahre ausländische Mitarbeiter bei der BASF«, 2000

Wir bemühten uns auch in Griechenland, Spanien und Jugoslawien Mitarbeiter zu finden. Zusammen mit einem Werksarzt bin ich nach Athen oder Verona geflogen, um vor Ort die Bewerber anzuschauen. Waren sie gesundheitlich fit, erhielten sie direkt ihren Arbeitsvertrag.

Harry Kleider, Leiter des damaligen Personalwesens Gewerbliche Arbeitnehmer [BASF Informationen, »Neue Heimat in der Fremde«, 30.3.2000]
Statistik von BASF

Die Zusammenarbeit zwischen Ausländern und Deutschen war nicht immer einfach. Um Missverständnisse zu beseitigen, waren Dolmetscher pausenlos unterwegs. Ihre Rolle blieb nicht nur auf das reine Übersetzen beschränkt. Vielmehr fungierten sie auch als Sozialarbeiter und Ratgeber in allen Lebenslagen, am Arbeitsplatz und in den Unterkünften der BASF.

Die Wohnheime in der Nähe der Produktionsanlagen hatten funktionalen Charakter. Man kochte dort und knüpfte freundschaftliche Kontakte über den Kreis der eigenen Nation hinaus. Heimische Zeitungen wurden herumgereicht und die Werkszeitung »BASF Informationen« gelesen, in der man die wichtigsten Passagen in die griechische, italienische, türkische und jugoslawische Sprache übersetze. Zusätzlich sollten Sprachkurse für ausländische Mitarbeiter dazu beitragen, Sprachbarrieren abzubauen. Hinsichtlich einer betrieblichen Mitbestimmung existierte seit 1972 innerhalb der BASF ein »Ausländer-Ausschuss«, der einmal im Monat tagte und beratende Funktion ausübte. Im selben Jahr nahmen die ersten ausländischen Vertrauensleute ihre Arbeit auf, bevor die Mitarbeiter erstmals 1975 zwei ausländische Werksangehörige in den Betriebsrat wählten [1].

Auch abseits der beruflichen Betreuung setzte sich die BASF für ihre ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. So etwa richtete die Firma Vorbereitungskurse ein um den Einstieg von Migrantenkindern ins Berufsleben zu erleichtern. Neben der Vermittlung von technischem Wissen stand intensiver Deutschunterrichtet auf dem Lehrplan.

Der Erfolg dieser breitgefächerten, integrativen Maßnahmen spiegelt sich heute bei den aktuell rund 2000 »ausländischen Anilinern« wieder. Nicht selten sind mehrere Generationen einer Familie im Ludwigshafener Unternehmen angestellt.

Wir fördern kulturelle Vielfalt innerhalb der BASF-Gruppe und arbeiten als Team zusammen. Interkulturelle Kompetenz ist unser Vorteil im globalen Wettbewerb.

BASF, Gesellschaftliche Verantwortung 2000

Ich habe bei dieser Gelegenheit auch erfahren, dass – wie viele andere – zum Beispiel auch der heutige Chef der BASF, Herr Hambrecht, seine kargen Italienisch-Kenntnisse einem italienischen Gastarbeiter verdankt. Denn beide haben sich damals bei der BASF gegenseitig ihre jeweilige Sprache beigebracht: Der eine dem Italiener Deutsch und der andere dem Deutschen Italienisch. Der italienische Arbeiter ist aber heute im Deutschen besser als Herr Hambrecht im Italienischen.

Bundeskanzlerin Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede bei der Veranstaltung »Deutschland sagt Danke!«