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Gastarbeiter in ihrer Wohnung (1973)

Gastarbeiterfamilie in ihrer Wohnung. © Bundesarchiv

Erstmals kommt es seit Bestehen der Bundesrepublik von März 1966 bis Mai 1967 durch die sinkende Arbeitsproduktivität zur Rezession. Grund war der Rückgang der privaten und öffentlichen Investitionsnachfrage. Die Entwicklung wirkte sich auch spürbar auf den Arbeitsmarkt aus. Nach den Zahlen aus dem Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von 1967 heißt es:

»Derart scharf und umfassend wie in der Bundesrepublik zwischen Herbst 1966 und Frühjahr 1967 ist nach dem Zweiten Weltkrieg die Nachfrage noch in keinem der großen westeuropäischen Industrieländer zurückgegangen. Während der Abschwungphasen der vorangegangenen drei Wachstumszyklen wurde in der Bundesrepublik zwar in einzelnen Bereichen die Produktion gedrosselt; im Ganzen aber hatte sich lediglich das Expansionstempo abgeschwächt. Im ersten Halbjahr 1967 lag das reale Bruttosozialprodukt, das bereits im zweiten Halbjahr 1966 nicht mehr gewachsen war, um fast 2 v. H. unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Im Spätsommer 1967 unterschritt die Industrieproduktion noch den vergleichbaren Stand von 1965. Im ersten Halbjahr 1967 waren bei den Arbeitsämtern fast 300.000 mehr Arbeitslose gemeldet als ein Jahr zuvor; die Zahl der Erwerbstätigen war sogar um 800.000 niedriger. Der Mangel an inländischer Nachfrage hat außenwirtschaftliche Überschüsse von bisher nicht erlebtem Ausmaß hervorgerufen (...).«

Zeitungsausschnitt »Gastarbeiter-Welle ist vorerst gestoppt« (1973)

Trierischer Volksfreund am 24.11.1973. © Stadtarchiv Trier

Zeitungsausschnitt »Bonn stoppt Zustrom von Gastarbeitern« (1973)

Die Rheinpfalz am gleichen Tag. © Stadtarchiv Ludwigshafen