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Innenansicht des Museums mit Bildcollage von Gastarbeiter-Portraits
Startseite > Dauerausstellung > Empfang in der Fremde > Silva Burrini

Silva Burrini

Seit 1963 setzt sich die Sozialarbeiterin Silva Burrini im Dienste der Caritas für italienische Gastarbeiter und ihre Familien in Deutschland ein.

Die gebürtige Italienerin, die 1957 als 17-jährige ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kam, weiß um die Probleme des »Nicht-Verstehens«, des »Fremdseins« und des auf die Hilfe anderer angewiesen seins.

Portrait Silva Burrini

»Mit dem Herzen dabei«

Silva Burrini erinnert sich….

Angeworben und Angekommen

Sie kamen ohne Sprachkenntnisse aber mit großen Hoffnungen nach Deutschland. Die zumeist ungelernten, aber kräftigen, jungen Männer aus Italien sollten die schweren, körperlichen Arbeiten verrichten, die den wachsenden Ansprüchen der deutschen Arbeitnehmer nicht mehr
entsprachen.

Für ihre Lebensbedingungen traf man nur bedingt Sorge, gingen doch beide Seiten davon aus, dass der Aufenthalt zeitlich begrenzt sei.

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Audio I Silva Burrini in ihren eigenen Worten

Wohnsituation und Familienzusammenführung

Da zunächst nur von einem zeitlich begrenzten Aufenthalt der Gastarbeiter ausgegangen wurde, brachte man sie meist in einfachen Baracken oder firmeneigenen Wohnheimen mit spärlicher Ausstattung unter. Das Zusammenleben in den Mehrbett-Zimmern war strengen Regeln unterworfen. So heißt es in einer Hausordnung: »Es ist streng verboten, die Möbel zu verrücken. (...) Es ist nicht erlaubt, angezogen im Bett zu liegen. (...) Es ist nicht erlaubt, Fotografien oder Zeitungsausschnitte auf den Mauern oder Möbeln der Zimmer anzuheften.« Männer und Frauen waren getrennt untergebracht, gegenseitige Besuche auf den Zimmern verboten.

Eine scheinbare Änderung der Lebenssituation trat erst mit dem Zuzug der Familien ein. Die Suche nach eigenen Wohnungen begann. Viele Vermieter witterten ihren Profit und boten Keller, Garagen, Waschküchen oder gar Ställe zu Wucherpreisen an.

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Audio I Silva Burrini in ihren eigenen Worten

Vier Gastarbeiter in ihrer Mehrbett-Unterkunft

Strenge Hausordnungen sollten das Leben in den Mehrbett-Unterkünften regeln. © BPK

Gastarbeiter beim Kochen

Häufig mussten längere Wartezeiten in Kauf genommen werden, bevor sich die Arbeiter auf einer einzigen Kochplatte ihre Mahlzeit zubereiten konnten. © VW

Gastarbeiterfamilie in ihrer Wohnung

Kleine Wohnungen für große, italienische Familien. © Bundesarchiv

Schulbildung

Eine erste, integrative Maßnahme im deutschen Schulsystem war ab 1965 die Ausdehnung der allgemeinen Schulpflicht auf ausländische Kinder. In so genannten Vorbereitungsklassen sollten die Kinder zunächst die deutsche Sprache lernen. Da es an häuslicher Unterstützung mangelte, blieb die Schulbildung Vieler auf die Vorbereitungsklassen reduziert.

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Italienische Gastarbeiterkinder in der Schule

Italienische Gastarbeiterkinder in der Schule. © Bundesarchiv